Montag, 18. April 2016

Regen

Das Auto fährt und ich mit. Ich sitze im Auto und schaue auf die Straße. Der Regen prasselt gegen die durchsichtige Scheibe, leise trommelnd, trapsend und klopfend.
Die Tropfen fallen auf den Asphalt, schlagen auf den Boden auf und zerspringen in viele weitere Tropfen. Ich sauge das Bild in mich auf und schließe schnell die Augen. Das ist wie ein Foto, eins das nur kurz bleibt, aber in diesem Moment, kann man sich alles noch so ansehen, wie es draußen ausgesehen hat.
Jeder Regentropfen, der auf dem harten Asphalt aufschlägt, sieht aus wie eine Spinne. Eine sehr schnelle, scheue Spinne, mit zarten Wasserbeinen, die nach einer Millisekunde schon wieder weggehuscht ist.
Tausend Spinnen sind um mich herum, entstehen ständig neu, nur um sich ganz schnell wieder aufzulösen.
Das Auto biegt um die Kurve. Die Spinnen, die folgen, die Spinnen, die voraus gehen.
Ich mache viele Fotos.
Und dann achte ich auf die Scheibe. So viele Tropfen, kleine und große.
Da rollt ein großer, runder Tropfen die Scheibe herunter, aus ihm entstehen neue, kleinere Tropfen. So kann man sich die Welt vorstellen, oder? Einer verschwindet, aber dafür kommen wieder viele andere.

Kommentare:

  1. Wunderschön! Ich mag das sehr, wenn Texte nicht ellenlang und mit verschachtelten Bandwurmsätzen geschrieben sind, sondern kurz und dafür gehaltvoll.
    Auch das Bild von den Spinnen ist interessant. Faszinierend, wie du mit Regen so eine Lebensphilosophie verknüpfen kannst! :)


    Danke auch für deinen wunderbaren langen Kommentar bei mir ! Ich entschuldige mich hiermit feierlich, dass meine Antwort so lange gebraucht hat - ich wollte mir Zeit dafür nehmen und das ist dabei rausgekommen :D Außerdem spinnt Blogger bei mir zur Zeit, weswegen ich jetzt einfach hier direkt antworte..
    Ruhig bleiben ist wahrscheinlich die richtige Strategie - aber gar nicht so leicht, wenn das Umfeld zur richtigen Berufswahl drängt und man das Gefühl hat, in dieser Hinsicht ein totaler Spätzünder zu sein. Aber, mal im Ernst; woher sollen wir auch wissen, was das Richtige ist? Erfahrungen sammeln, ist, wie du auch geschrieben hast, extrem wichtig für die Orientierung, aber das geht eben nur durch Praktika oder ähnliches.
    Ich habe mich bei dem "die anderen Wege sich offen halten wollen" auch angesprochen gefühlt. Diese Taktik, eine Entscheidung nur halb zu machen, um gegebenenfalls einen Rückzieher machen zu können - wir wissen alle, dass sie falsch ist, aber trotzdem wird sie angewendet.
    Was ich mir für die Zukunft merken möchte, ist, dass ich akzeptiere, wie mein jüngeres Ich in einer bestimmten Situation gehandelt hat, in der ich mich heute anders verhalten würde. Aber es gibt schließlich Gründe, warum ich damals so und nicht anders gehandelt habe und ich habe das getan, was mir damals richtig erschien.

    Viel Erfolg mit deinem Abi!
    Liebe Grüße,
    Cho

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    1. Hallo Cho!

      Ich freu mich ganz doll sehr, dass dir mein kleines Geschichtchen gefallen hat! ;) (Und ich fühle mich immernoch schuldig, dass ich keine deiner Geschichten bisher weitergeschrieben habe...)
      Wie du siehst, hab auch ich mich mit meiner Antwort verspätet... Leider habe ich momentan wenig Zeit wegen des Abiturs =/. Aber vielen Dank, Erfolg kann ich gut gebrauchen =D
      Ja, Erfahrungen sammeln ist wirklich wichtig! Das werde ich wohl auch erstmal probieren, wenn ich fertig bin mit Schule. Vielleicht machen wir uns auch einfach alle zu verrückt (Okay, machen wir eh ;)). Ist ja vielleicht auch nicht schlimm, sich mal falsch zu entscheiden. Solange man es dann wieder ändert.
      Und es ist eigentlich wirklich mal ein guter Vorsatz, frühere Entscheidungen von sich zu akzeptieren, werde ich ich mir mal merken :)

      Liebe Grüße,
      Leanna

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