Sonntag, 25. Dezember 2016

Warum dich nicht jeder mögen muss

Es gibt viele Menschen auf dieser Welt. Sieben Milliarden. Es gibt laute und leise Menschen, forsche und vorsichtige, mutige und zögernde. Und dann bist da noch du. Du, der zu einem Netzwerk gehört, weil du andere kennst. Aus der Schule, von der Arbeit, deine Nachbarn. Und du möchtest, dass sie dich alle mögen. Denn wenn dich jemand nicht mag, ja, das wäre schlimm. Jemand, bei dem du dich unwohl fühlst, wo du weißt: Der findet mich schlecht, der denkt schlecht über mich. Und darum fragst du nach, wenn sie etwas über dich äußern, fragst nach, was sie über das denken, was du grade gesagt hast, damit du es richtig stellen kannst, falls es falsch verstanden wurde. Sie sollen dich nicht falsch verstehen, denn du findest sie doch nett, du wolltest ihnen nichts böses.
Aber man kann nicht alle nett finden. Weil du vielleicht eher der schüchterne bist, der leise, der keine lauten Menschen mag, die ihre Meinung ohne Rücksicht auf andere in die Welt hinausposaunen. Und darum magst du manche nicht, die das tun, was du dir selbst innerlich verboten hast, ob bewusst oder unbewusst. Aber das möchtest du nicht zugeben. Denn nur wenn alle nett zueinander sind, kann es Harmonie geben. Und das klappt auch. In kleinen Gruppen geht das. Das kannst du überschauen.
Aber es gibt Menschen, die dich nicht mögen. Ja, die gibt es, ob du willst oder nicht. Vielleicht mögen sie dich aus Prinzip nicht, weil sie schüchtern sein langweilig finden oder gerade dein Streben danach, allen zu gefallen, hängt ihnen zum Hals raus. Oder sie sind einfach ohne Grund unfreundlich zu dir, so wie es Menschen gibt, die andere die U Bahn Treppe hinunter treten.
Und dagegen kannst du nichts tun. Du kannst nicht allen gefallen, damit sie dir nichts tun und ihr euch nicht streitet. Streiten kann gut tun, weil man Meinungen austauscht. Und du magst ja auch nicht alle. Man muss sich auch selbst behaupten, sonst bekommt man nur die Arbeit von allen anderen aufgeladen. Weil sie wissen, dass du nett sein willst und darum nicht nein sagst. Du denkst vielleicht, dass alle dich ganz gern haben, aber sie haben dich gern als Weitergeben und Abladen von Arbeit, deine Bemühungen sind ihnen egal. Du bist ihnen egal.
Also steh zu dir selbst und deinen Gedanken. Trau dich, du selbst zu sein, denn auf Dauer macht dieses Gefallen wollen todunglücklich. Weil man niemals von allen gemocht werden wird. Aber das ist in Ordnung. Mit solchen Leuten musst du ja nichts zu tun haben. Und nur weil sie dich nicht mögen, heißt das ja nichts. Dann ist das eben so. Dadurch passiert dir nichts, das ist keinesfalls schlimm. Du musst nicht immer nachfragen, wie sie dies oder jenes verstanden haben. Es spielt keine Rolle, was andere über dich denken oder von dir erwarten, denn du kennst dich selbst am besten und weißt, wie du das gemeint hast.





Das war jetzt mal eine Art Self Reminder, weil ich früher manchmal Probleme damit hatte. Zum Glück nie wirklich extrem, denn eigentlich kann ich ganz gut damit umgehen, wenn mich jemand nicht mag. Aber dieses Hinterfragen, wenn jemand etwas falsch verstanden zu haben scheint, das hab ich schon noch ab und zu. Und diese Gedanken hatte ich jetzt einfach im Kopf, also habe ich sie aufgeschrieben =).
Villeicht hilft der Text ja Menschen, denen es ähnlich geht.

Kommentare:

  1. Irgendwie interessant, dass du gerade an Weihnachten so einen Text veröffentlichst.

    Aber du hast völlig recht, eigentlich versucht man immer, allen zu gefallen... wenn ich von jemandem weiß, dass es mir nicht mag, dann fühle ich mich in dessen Gegenwart auch immer sehr schlecht... einfach nur, weil ich der Person gern aus dem weg gehen würde, um sie nicht allein durch meine Anwesenheit zu stören.

    Ich selbst versuche zwar immer, möglichst niemanden zu verurteilen, aber wenn eine Person sich so verhält, dass da andere drunter leiden (Beleidigungen, von oben herablassen, Gewalt,...), dann fallen solche Leute bei mir doch in Ungnade und ich mag sie nicht mehr und meist ändert sich das auch nur schwer wieder.

    Wenn ich den Grund dafür, dass jemand mich nicht mag und auch so behandelt, nicht kenne, dann bedrückt mich das irgendwie immer etwas. Ich wüsste einfach gern, ob es an etwas an mir liegt, was eben ein Teil von mir ist (und das wäre es für mich okay, nicht gemocht zu werden), oder ob es eher ein Missverständnis ist.

    Deinen Appell, nicht gefallen zu wollen auf Teufel komm raus, und stattdessen einfach mal man selbst zu sein, ist wirklich super - das sollte Vorsatz aller Menschen für das kommende Jahr werden ;)
    Ich selbst ja zum Glück inzwischen auch weniger Probleme damit, anders zu sein und oft nicht gemocht zu werden, aber das war auch schon mal anders...

    Liebe Grüße

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    1. Naja, was wirklich Weihnachtliches habe ich auch einfach nicht zu bieten, da ich ja nicht so der Weihnachtsmensch bin. Außerdem hat man an der Uni mit so vielen Menschen zu tun, da gehen einem solche Gedanken eher mal durch den Kopf.
      Wenn mich jemand nicht mag, beruht das ja auch manchmal auf Gegenseitigkeit und deshalb vermeidet man dann sowieso Kontakt. Und naja, mit Menschen, die einem nicht gut tun, möchte man ja auch nichts weiter zu tun haben.
      Ja, das ist ja auch eigentlich richtig so. Gewalt usw kann man schließlich nicht einfach ignoerieren. Außerdem gibt es eben auch Leute, die man selbst nicht mag, wie gesagt und das ist dann ja auch okay. Klar, solange man einen triftigen Grund hat und nicht selbst unfair wird usw.
      Ja es stimmt, da wüsste man schon gerne einen Grund. Wobei ich sagen muss, wenn mich jemand nicht zu mögen scheint, kann ich mir meist schon denken wieso.
      Ja, wenn man immer hinterfragt "Wie wirke ich? Wie wirkt mein Verhalten?", das ist echt anstrengend auf Dauer. Klar, Rücksicht ist natürlich trotzdem angesagt - aber eben auch auf sich selbst. =)

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