Freitag, 24. Februar 2017

1. Semester - Rückblick

Studieren - wie ist das eigentlich so? Gibt es da ein paar Tipps oder Tricks, die man beachten sollte?
Ich studiere Germanistik im Hauptfach und Kunstwissenschaft im Nebenfach und das hier ist ein Erfahrungsbericht von meinem ersten Semester.

WOHNUNG

Mit der Wohnungssuche sollte man wirklich schon früh genug anfangen. Geeignet sind Seiten wie wg-gesucht.de, aber man sollte sich auch mal direkt am Schwarzen Brett der Uni umsehen und Bekannte und Freunde fragen.
Zu einer WG Besichtigung sollte man auch auf keinen Fall die Eltern mitnehmen - ich habe wirklich von Studenten gehört, die das gemacht haben. Dass man keine WG-Erfahrung hat, wenn man anfängt, klar, aber soetwas geht gar nicht und katapultiert euch sofort raus.
Man sollte aber wirklich viel versuchen, auch mal nachfragen und sich auf Anzeigen bewerben, die einen im ersten Moment vielleicht nicht so sehr ansprechen. Absagen könnte man ja immer noch.

Eine Wohnung in Uninähe ist für mich ein sehr wichtiges Kriterium gewesen. Denn auf ewiges Straßenbahnfahren wollte ich verzichten. Denn wer zu Uni gehen kann, der geht auch viel eher, als wenn man auf andere angewiesen ist.
Wie ihr eure Kriterien setzt, ist natürlich eure Sache und man kann nun mal leider auch nicht immer alles haben.

STUDIUM ORGANISIEREN

Abi, Studium, Bumm. Plötzlich ist alles irgendwie anders, viel komplexer, individueller, man muss selbst wählen und entscheiden und sich für alles mögliche anmelden. Aber - keine Panik! Das wird schon. Am Anfang sind Überforderung und gelegentliche Heulkrämpfe normal. Da hilft es, wirklich zu allen Veranstaltungen zu gehen, bei jeder noch so kleinen Unklarheit nachzufragen und wenn möglich, alles sofort machen, sonst kommt man plötzlich nicht mehr hinterher.

Ich habe mich übrigens für Papphefter entschieden, einen pro Veranstaltung. Viele schwören auf einen Ordner, aber das wäre mir zu viel Gewicht, das ich dann immer mitschleppen müsste. Der große Ordner kommt erst zum Semesterabschluss zum Einsatz, um alles darin abzuheften.
Was man allerdings nie vergessen darf: Einen Collegeblock! Damit überlebt man jede Veranstaltung und ohne kann man gar nichts mitschreiben und es somit fast bleiben lassen.

IM HÖRSAAL

Uni ist anders als Schule. Ganz klar.
Vorlesung heißt, viele Menschen in einem großen Raum, Zuhören, ab und zu Fragen beantworten, Fragen stellen. Wenn man sich das traut, schaden kann es aber nicht.
In den Sitzreihen sollte man sich nach innen setzen, denn früh da sein, aber am Rand sitzen, bedeutet nur, dass ihr immer wieder aufstehen und Personen durchlassen müsst!
Seminare sind fast wie normale Schulstunden. Allerdings muss man sich meist nicht melden, sondern redet einfach wie in einem Gespräch. Das ist aber auch immer unterschiedlich. Letztlich hat man aber einen Dozenten, der einem den Stoff erklärt, man bekommt Arbeitsblätter, es gibt Referate.
Tutorien sind ergänzende Veranstaltungen zu einem Seminar oder zu einer Vorlesung und werden von einem Studenten aus einem höheren Semester gehalten. Sie sind ähnlich zu einem Seminar, wie eine kleine Arbeitsgruppe.
Am Ende einer Veranstaltung wird immer auf den Tisch geklopft - wahlweise auch Stuhl oder Ordner, je nachdem, was man eben grade da hat.

STUDENTENLEBEN

Studenten haben ja so viel Freizeit - das hört man oft. Stimmt das aber wirklich? Ich würde sagen... Jein. Im ersten Semester hat man meist anfangs noch keinen Überblick und da man ganz neu angefangen hat, hat man auch noch nicht so viel zu tun. Geht es allerdings auf die Klausurenphase zu, nimmt die Freizeit ab - es sei denn man prokrastiniert mit Netflix. Manchmal putzt man auch die gesamte Wohnung, räumt seinen Kleiderschrank aus, geht Einkaufen und telefoniert mit Freunden, bevor man einsieht, dass man jetzt wirklich gar nichts mehr machen kann, das einen vom Lernen abhält. So schlimm war es bei mir zum Glück nicht - in der WG war ich die Erste, die mit Lernen angefangen hat und das, obwohl ich nur eine Klausur hatte. Ich mache mir eben immer Sorgen, dass ich nicht bestehen könnte und das bringt mich zum Lernen.
Lernmusik auf youtube kann ich abolut empfehlen! Dazu einen Timer von 50 Minuten, dann zehn Minuten Pause und so weiter. Hat bei mir gut funktioniert!
Die so gefürchtete Klausurenphase kann einen schon sehr fordern und es hilft, sich schöne Dinge vorzunehmen, als Belohnung nach einem Lerntag oder wenn man eine Klausur geschrieben hat.

Was das Essen angeht - in Kassel kann ich von einer sehr guten Mensa schwärmen, die noch dazu sehr günstig ist. Wenn möglich, empfiehlt es sich, in die Mensa zu gehen, da man weniger Geld ausgibt, als wenn man selbst kochen würde und noch dazu keinen Abwasch machen muss.
Ansonsten sind Nudeln mit Pesto und Kartoffeln mit Kräuterquark die typischen Empfehlungen, da sie günstig und einfach sind.
Mit der WG kochen ist auch immer eine gute Idee, wenn man sich für eine WG entschieden hat! Nicht nur, dass man Zeit und Geld spart, man hat auch witzige Unterhaltungen oder stellt fest, dass man Bananen auch mit einem Löffel schneiden kann.

SEMESTERFERIEN



Die Semesterferein sind ein bisschen wie die Zeit nach dem Abitur - wenn man Glück hat, hat man alles bestanden, also keine Nachholklausur mehr und kann entspannen und nach Hause fahren für einen Heimaturlaub.
Allerdings kann man die Zeit auch sinnvoll nutzen und arbeiten.
Ich selbst musste in meinen Semesterferien allerdings eine Hausarbeit schreiben und mir noch alle Weisheitszähne ziehen lassen! Von daher habe ich noch keine Erfahrung was Arbeiten und Nebenjobs betrifft.


So viel von meiner Seite aus! Vielleicht hilft das dem ein oder anderen weiter. Allerdings sind Studiengänge und Universitäten individuell sehr verschieden, sodass ich mich nur auf meine persönliche Erfahrung stützen kann.
Trotzdem berichte ich gerne und vielleicht folgt ja noch der ein oder andere Post dieser Art!



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